Wie entsteht eine Überaktive Blase?

Die normale Blasenfunktion sorgt dafür, dass alle im Körper überschüssigen Flüssigkeiten von den Nieren neben anderen „Reststoffen“ des Stoffwechsels herausgefiltert werden und dann in der Blase gesammelt werden. Der ständige Zufluss an Urin lässt den Druck im Inneren der Blase ansteigen. Spezielle Sensor-Nerven im Organ melden den aktuellen Füllungszustand an das Gehirn. Schließlich entsteht das bewusst wahrgenommene „Gefühl zu müssen“ – der gesunde Harndrang.

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Ist dieser empfindliche Mechanismus, der erst bei einer ausreichend gefüllten Blase für ein entsprechendes Dranggefühl sorgt, gestört, kann dies die Symptome hervorrufen, die man zusammengefasst als Überaktive Blase bezeichnet. Typischerweise tritt der Harndrang bereits dann auf, wenn die Blase noch gar nicht stark gefüllt ist. Der Zwang zum Harnlassen kann kaum hinausgezögert oder unterdrückt werden.

Mögliche Ursachen für eine Überaktive Blase bzw. für eine Dranginkontinenz sind:

  • häufig wiederkehrende Blasenentzündungen (Infektion der Harnwege)
  • Blasensteine
  • Blasentumore
  • Abflussstörungen (Blasensenkung oder Prostatavergrößerung) [gutartige Prostatavergrößerung]
  • interstitielle Zystitis
  • psychosomatisch hervorgerufene Blasenüberaktivität
  • neurologische Krankheiten (z. B. Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Querschnittslähmung)
  • Fisteln (eine normalerweise nicht vorhandene Öffnung zwischen Blase und Scheide oder Harnleiter und Scheide) – dies kommt in Deutschland i.d.R. nur nach Bestrahlungen vor.
  • als Nebenwirkung bei Bestrahlung
  • als Nebenwirkung von bestimmten Medikamenten (z. B. einige Blutdrucksenker und harntreibende Mittel)
  • bei Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn)
  • altersbedingte Veränderungen der Harnblase
  • Bindegewebeschwäche
  • Geburten
  • Operationen

 

Wichtig – beachten Sie daher:

Am Anfang aller Behandlungen sollten das Arztgespräch und eine individuelle Abklärung möglicher Ursachen stehen!

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