Wie wird Enuresis definiert?

Unwillkürliches Einnässen bei Tag und/oder bei Nacht ist bei ca 10-15 % aller Kinder unter 6 Jahren anzutreffen. Neben dem Einnässen zeigen diese Kinder auch andere Symptome, z.B. Zurückhalten der Miktion, zu seltene Miktionen und häufig auch eine ausgeprägte Abneigung gegen den Toilettengang. Die genaue Diagnose und eine gezielte Therapie liegt in den Händen des Arztes. Anzumerken ist, dass es auch zu spontaner Heilung in späteren Lebensjahren kommen kann ohne weitere Maßnahmen.
 

Primäre und sekundäre Enuresis

Kinder lernen etwa ab dem zweiten Lebensjahr ihre Blase zu kontrollieren. Wie lange es dauert, bis ein Kind diesen Lernprozess abgeschlossen hat und selbstständig zur Toilette gehen kann, ist individuell unterschiedlich.
Ist ein über fünfjähriges Kind noch nie dauerhaft in der Lage gewesen die Blasenentleerung zu steuern (längste trockene Phase weniger als sechs Monate), spricht man von einer primären Enuresis.
War das Kind bereits sechs Monate trocken und beginnt danach wieder mit dem Einnässen, wird dies als sekundäre Enuresis bezeichnet.
 

Ursachen der Enuresis

Die Ursachen für kindliches Bettnässen sind nicht bei jedem Kind gleich.
Das primäre nächtliche Einnässen ist oftmals Folge einer unkomplizierten Entwicklungsverzögerung des Kindes. Die sekundäre Enuresis und das Einnässen am Tag sind häufig auf seelische Probleme zurückzuführen. Beispiele hierfür sind Streitigkeiten innerhalb der Familie, ein Trennungserlebnis, die Geburt eines Geschwisterchens oder der Verlust eines Familienmitgliedes.
 

Was können Eltern tun, wenn ihr Kind unter Enuresis leidet?

Ab dem fünften Jahr geht die Zahl der bettnässenden Kinder mit jedem Lebensjahr um 15% zurück. Bei regelmäßigem Bettnässen über dieses Alter hinaus sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Welche Behandlung angebracht ist, hängt von den Ursachen ab.

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